Tagsüber ist der Himmel hell und farbig. Wer sich mit dem Weltall etwas auskennt, weiss, dass der Himmel auf dem Mond tiefschwarz ist. Die Erde jedoch besitzt im Gegensatz zum Mond eine Atmosphäre. Es ist die Lufthülle, die dafür sorgt, dass es einen hellen Himmel gibt. Das Sonnenlicht setzt sich gleichmässig aus allen Farben zusammen und ist somit nahezu weiss. Die Streuung des Lichtes ist abhängig von den Farben. Luftmoleküle streuen blaues Licht erheblich stärker als rotes. Dies ist der Grund, warum uns der Himmel am Tag nicht weiss, sondern blau erscheint.

Im Herbst steht die Sonne wesentlich tiefer am Horizont als im Sommer. Dies sind die perfekten Voraussetzungen für ein Abend- oder Morgenrot. Bis das Licht auf der Erde eintrifft, legt es einen erheblich längeren Weg durch die Atmosphäre zurück, als wenn die Sonne hoch steht. Dabei sinkt der Anteil an blauem Licht, der uns auf direktem Weg erreicht, so sehr dass die Sonne eine rötliche Farbe annimmt. Das rote Licht frisst das blaue. Deshalb ist manchmal auch beim Aufgang des Vollmonds eine Rötung des Himmels zu beobachten.

Die Stärke der Färbung hängt zusätzlich davon ab, wie viel Wasserdampf sich in der Atmosphäre befindet. Bei dunstigem Wetter kann also eine besonders starke rötliche Färbung beobachtet werden. Der beste Antrieb für die Lichtbrechung sind Schleierwolken. Wenn die Sonnenstrahlen in der oberen Atmosphäre ankommen, jedoch auf der Erde noch nicht eingetroffen sind, entsteht das Morgenrot. Dies geschieht etwa 30 Minuten vor Sonnenaufgang.

Eine alte Bauernregel besagt: «Morgenrot, Schlechtwetter droht». Schleierwolken und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind die Vorboten von Warmfronten, was bedeutet, dass schlechtes Wetter von Westen herkommen kann. Das Wetter in Mitteleuropa wird hauptsächlich durch den Westwind bestimmt. Für die Bildung einer Morgenröte muss der Himmel im Osten klar sein, während im Westen bereits Wolken aufziehen können, die vom Westwind herangetrieben werden.

Nicht nur die gefallenen Blätter, die beim Spaziergang unter den Füssen knirschen, sondern auch das herzerwärmende Morgen- und Abendrot. Der Herbst ist manch jemandes liebste Zeit des Jahres. Die Mütze sitzt bereits, doch die kurze Hose ist immer noch angebracht. Mit einer langen Hose, T-Shirt und der Sonnenbrille lässt sich die laue Sonne am Nachmittag genüsslich geniessen. Doch die rote Färbung des Himmels über den Berner Oberländer Bergen macht den Herbst zur farbenreichsten Jahreszeit.

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